Statements zur Zukunftskonferenz der Steirischen Forstwirtschaft

 „Warum ist uns die Teilnahme an der Zukunftskonferenz der Steirischen Forstwirtschaft wichtig?

 


Forst- und Holzwirtschaft muss attraktiver werden

"Die internationale Unsicherheit der Finanzmärkte bringt auch für Österreich Probleme beim Holzexport mit sich. Daher muss unser genialer Bau- und Werkstoff Holz durch Forschung und Marketing noch besser etabliert werden, sodass wir bei Exporten eindeutig Markt- und Themenführer sind.

Es herrscht im Bereich der Land- und Forstwirtschaft, aber auch in der Sägeindustrie und in vielen nachgelagerten Bereichen der Holzveredelung akuter Facharbeitermangel. Auf Grund der sinkenden Geburtenzahlen und der möglichen Schließung land- und forstwirtschaftlicher Schulstandorte wird sich die Situation noch verschärfen. Daher brauchen wir gemeinsames Lobbying für hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten und eine Attraktivitätssteigerung für diese Berufssparten. Ebenso müssen wir sozialpartnerschaftliche Modelle entwickeln, die gezielte Zuwanderung ermöglichen."
Bgm. LAbg. Erwin Gruber 

 


Forstwirtschaft stärkt den ländlichen Raum

"Fast 300.000 Menschen in Österreich sind innerhalb der Wertschöpfungskette Holz beschäftigt. Der Steiermark als dem mit mehr als 60% Waldfläche grünsten aller Bundesländer kommt dabei eine naturgemäß herausragende Bedeutung zu. Da geht es um Beschäftigung, Arbeit und Einkommen, ja schlichtweg um die Existenzgrundlage einer Vielzahl von Familien. Und noch dazu nicht in an Arbeitsplätzen reichen Ballungsräumen, sondern in „regionalen Kampfzonen“, die ohnehin von Abwanderung bedroht und daher in ihrer Vitalität und Wertschöpfungsfähigkeit umso schützens- und erhaltenswerter sind.

Wir als gesetzliche Interessenvertretung der in der steirischen Land- und Forstwirtschaft beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen es daher als Auftrag, ja geradezu als Verpflichtung unseren Mitgliedern, aber auch dem ländlichen Raum insgesamt gegenüber an, an dieser äußerst begrüßenswerten Initiative „Zukunftskonferenz Waldwirtschaft in der Steiermark“ teilzunehmen. Wir werden uns entsprechend offen, aktiv und gestaltungsbereit in diesen Denk- und Dialogprozess einbringen."
Präsident Ing. Christian Mandl

 


Forstwirtschaft braucht Selbstbewusstsein

"Bei allen Dingen, die wir heute erarbeiten werden, erwarte ich mir eines: Nämlich, dass wir mit mehr Selbstbewusstsein nach Hause gehen.Heute sind so viele kompetente Vertreter aus allen Bereichen der Forstwirtschaft beisammen und wir leisten so viel für die Wirtschaft und Bevölkerung. Aber wir sind zu leise. Durch unsere Einstellung zur Bewirtschaftung unserer Wälder sind wir Vorbild für die gesamte übrige Wirtschaft. Bei uns gibt es kein Denken in Quartalen, sondern in Generationen. Wir haben von den Bäumen gelernt, dass man immer im rechten Maß wachsen soll, nie zu schnell. Nur so hoch werden, dass einen die Wurzeln noch stabil halten können, nicht höher. Und das positive Denken, wenn wir einen Baum pflanzen, von dem wir nicht wissen, wer ihn einmal ernten wird. Aber wir hoffen, dass er groß wird und pflegen ihn. Diese drei Grundeinstellungen bräuchten unsere heutigen Wirtschaftsbosse und Politiker. Wir müssen es aber selbstbewusst sagen, was wir können. Diese Veranstaltung soll uns motivieren."
Obm. Paul Lang

 


Der Wald schützt vor Naturgefahren.

"Ohne dieses natürliche Schutzschild müssten steiermarkweit zusätzlich 100 Mio € für technische Verbauungen durch die Wildbach- und Lawinenverbauung ausgegeben werden. Wir brauchen intakte Objektschutzwälder. Die Wildbach- und Lawinenverbauung in der Steiermark als Partner der Schutzwaldplattform unterstützt daher aktiv diese zukunftsorientierte Waldwirtschaftscharta."
Sektionsleiter DI Gerhard Baumann

 


Der Klimawandel – eine der größten Herausforderungen in der Forstwirtschaft

Es ist von Vorteil, von Zeit zu Zeit eine Standortbestimmung in der Forstwirtschaft vorzunehmen. Nach einer Analyse des IST Zustandes kann ein Ziel festgelegt werden, wo die Forstwirtschaft in einigen Jahren stehen möchte, welche Rolle sie in der Gesellschaft wahrnimmt. Dies ist jedoch kein einfacher Prozess, da viele auch unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden wollen. Aus meiner Sicht ist die Anpassung der Wälder an das sich verändernde Klima eine der größten Herausforderungen, die auf uns zukommt. Dabei gilt es schon jetzt bei Aufforstungen die Baumartenwahl so zu treffen, dass diese Bestände mit dem Klima, wie es zu Ende des Jahrhunderts herrschen wird, gut zurecht kommen werden. Aber auch schon vorhandene junge Bestände müssen durch entsprechende Pflege so stabilisiert werden, dass sie die nächsten Jahrzehnte bis zu ihrer Hiebsreife ohne größere Schäden überstehen. Die Forstwirtschaft wird den Klimawandel nicht aufhalten können. Sie kann aber alle anderen Gefährdungen, die auf den Wald einwirken, möglichst minimieren. Es wird daher in Zukunft nicht mehr zu tolerieren sein, dass die notwendigen Mischbaumarten durch überhöhte Wildstände auf großer Fläche nicht vorhanden sind oder ausfallen. Weiters wird der Borkenkäferbekämpfung mehr Aufmerksamkeit zu widmen sein.
Dr. Norbert Putzgruber, Österreichische Bundesforste AG

   


Die Forstwirtschaft ist (auch) weiblich

"Auch wenn man oft den Eindruck hat, dass die Forstwirtschaft eine nahezu ausschließliche Männerdomäne ist, so täuscht dieser Eindruck ein wenig. Es gibt zahlreiche Waldbesitzerinnen und zukünftige Hofübernehmerinnen, sodass ein nicht unbeträchtlicher Teil des steirischen Waldes von Frauenhänden betreut und bewirtschaftet wird – mit steigender Tendenz. Auch in den verschiedenen Institutionen der steirischen Forstwirtschaft leisten Frauen auf unterschiedlichen Ebenen ihren Beitrag. Frauen haben Meinungen, Vorstellungen, Wünsche und Ansprüche an Wald und Forstwirtschaft, die sich mitunter vielleicht auch ein bisschen von jenen der Männer unterscheiden mögen. Deshalb ist es uns wichtig, die Frauen mit ihren Leistungen in der Forstwirtschaft sichtbar zu machen und ihre Gedanken, ihren Input zur Zukunft der steirischen Forstwirtschaft zusammen zu fassen und einzubringen."
DI Dagmar Karisch-Gierer

 


Zukunftsorientierte Forstwirtschaft als oberstes Ziel

Die Missstände und der schlechte Waldzustand vor 160 Jahren sind Auslöser der Gründung des Steiermärkischen Forstvereines. Im heutigen Waldzustand sieht er den Erfolg seines Wirkens. Seine unermüdliche Forderung nach forstlicher Ausbildung, ihrer Verbesserung und Aktualisierung hat ihn zum Mitbegründer der heutigen Försterschule in Bruck/Mur gemacht.

Die Förderungen aller Bestrebungen, die der Erhaltung, der Verbesserung des Steirischen Waldes dienen, aber auch die Abwehr aller Gefahren sind unsere obersten Vereinsziele. Diese und die Arbeit an der Bewusstseinsbildung aller in und um den Wald Beschäftigten führen zu ständig  neuen Forderungskatalogen an die Gesetzgebung, die Verwaltung und an die Öffentlichkeit. Die Umsetzung ist zukunftsorientierte Arbeit, wie sie im Rahmen der Zukunftskonferenz geleistet  wird.

Daher begrüssen wir diese Initiative im Namen aller unserer Mitglieder und bringen uns im vollen Umfang ein.
DI Blin, Steiermärkischer Forstverein

 


Familienforstwirtschaft braucht gut ausgebildeten Nachwuchs

"Für die Land-und forstwirtschaftlichen Fachschulen ist die Teilnahme deswegen wichtig, da der Großteil unserer Schülerinnen und Schüler aus Betrieben kommt, die über Waldbesitz – von Kleinflächen bis zu mehrfacher Eigenjagdgröße – stammen. Uns ist wichtig, die Bedeutung der Waldwirtschaft innerhalb der Landwirtschaft zu betonen und eine solide Ausbildung für die Waldwirtschaft in Theorie und Praxis zu vermitteln. 
Mit unserer Ausbildung kann für Interessenten direkt der  Forstfacharbeiter erreicht werden und in weiterer Folge die Meister-, Forstwarte oder Försterausbildung. Wir sind damit wichtige „Vorlieferanten“ von qualifizierten Arbeitskräften für die Forstwirtschaft und den nahestehenden Unternehmungen. Auch für einen außerbetrieblichen Zuerwerb im Bereich des Maschinenring-Service (z.B. Baumpflege, Baumabtragungen) wird damit ein wesentlicher Grundstein gelegt.
In unserer Schulausbildung sind wir vielfach verzahnt mit der forstliche Praxis und forstlichen Institutionen; diese Verzahnung ist auch im Zuge der Zukunftskonferenz Forstwirtschaft wichtig. Wir danken für die Möglichkeit, unsere Erfahrungen in diesen Prozess einbringen zu können."
Dir. DI Johannes Schantl

 


Fachkompetenz für die Zukunft sichern

„Die Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft in Bruck an der Mur bildet Personal für die unterschiedlichsten Aufgaben im breiten Betätigungsfeld des Forstwesens aus. Die Forstwirtschaft insgesamt ist ein Wirtschaftsbereich mit einem hohen Zukunftspotenzial, das auf der Basis einer fundierten und praxisnahen Ausbildung entwickelt werden kann. Nur durch eine entsprechende Qualifikation der in der Branche tätigen Personen ist die weiterhin positive Entwicklung gewährleistet. Kompetente Mitarbeiter sind das wichtigste Potenzial für Arbeitgeber und je besser das Bildungsniveau, desto intensiver ist die Mitwirkung an der Gestaltung der Zukunft. Wir wollen unsere motivierte und engagierte forstliche Jugend bestmöglich auf die beruflichen Herausforderungen vorbereiten. Damit dies weiterhin möglich ist, wollen wir am Zukunftskongress mitwirken.“

DI Martin Kugler 

 


Aktiv die Zukunft gestalten

Als erstes möchte ich mich bei den Organisatoren dieser Veranstaltung bedanken, dass ich als Vertreterin des Verbandes der Österreichischen Förster zu diesem wichtigen Thema Stellung nehmen darf.

Der Beruf des Försters, wie man ihn aus den Heimatfilmen kennt, wo er mit seinem Hund, Bergstecken, Rucksack, „Binokel“ und dem Hut durch die Wälder streift, gibt es auf diese Art und Weise nicht mehr. Der sogenannte „moderne“ Förster ist gefordert, vernetzt zu denken. Er muss viele Bereiche unter einen Hut bringen: Holzernte, Waldbau, Jagd, Logistik, Mitarbeiterführung, Planungen und Nachweisungen, Ansprechpartner für Betriebsfremde und Organisationen, Öffentlichkeitsarbeit. Das sind aber nur einige Bereiche, die ein Förster koordinieren muss. Neben dem Revierdienst gibt es auch noch andere Tätigkeitsbereiche für den Förster wie zum Beispiel Wildbachverbauung, Einsatzleiter, Beratungstätigkeit usw.
Diese Veranstaltung steht unter dem Motto „Zukunftskonferenz der steirischen Waldwirtschaft“. Ich bin ein Teil dieser Zukunft und möchte deshalb aktiv an den Zielen, Prozessen und Maßnahmen mitarbeiten.
Ich bin neugierig auf Ihre Ansichten, Standpunkte, Ideen und die Diskussionen welche daraus resultieren. Denn wie heißt es so schön? „Beim Red´n kemman d´ Leit´ z´aum.“ Und wer weiß, vielleicht können heute ja neue Konzepte und Strategien für die forstliche Zukunft entstehen.
Försterin Elke Wisjak